
Oscar Ardila, Stefan Krüskemper, Kerstin Polzin
CITIZEN ART DAYS
Kooperative Kunststrategien und Beteiligungspotentiale im öffentlichen Raum. Gefördert wurden Ausstellung und Publikation durch das Projektstipendium »Präsentationen zeitgenössischer bildender Kunst« des Berliner Senats
26,00 €
Citizen Art Days
2025
Ausstellungskatalog
Softcover mit Klappen,
Fadenheftung
Format
178 x 254 mm
Lektorat:
Constanze Lehmann, Berlin
Gestaltung:
María Victoria Guerra, Bogotá
178 Seiten
ISBN 978-3-96703-160-7
Das Buch Citizen Art Days dokumentiert ein kollektives Kunstprojekt, das Menschen unterschiedlicher Gruppen in die aktive Gestaltung des öffentlichen Raums einbezieht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kunst helfen kann, soziale, kulturelle und räumliche Trennungen in der Stadt sichtbar zu machen und zu überwinden. Künstlerische Formate bringen Initiativen, Nachbarschaften und Kulturschaffende zusammen. Die Publikation zeigt Interventionen und übertragbare Modelle für partizipative Kunst im urbanen Raum.
Citizen Art Days steht für über ein Jahrzehnt partizipativer Kunstpraxis. Ein kollektives Projekt, das zeigt, wie Kunst den öffentlichen Raum verändert, Gemeinschaft stiftet und demokratische Teilhabe erfahrbar macht.
Was 2008 als spontane Arbeitsgemeinschaft begann – ein Zusammenschluss von Künstler:innen, die sich an einem Wettbewerb für Kunst in der U-Bahn am Alexanderplatz beteiligen wollten – entwickelte sich in den folgenden siebzehn Jahren zu einer der konsequentesten partizipativen Kunstinitiativen Berlins. Aus einem einzigen Tag gemeinsamer Arbeit entstand ein langfristiger Prozess: das Projekt Citizen Art Days, getragen von der Idee, den öffentlichen Raum als kollektives Kunstfeld zu begreifen – als offenes, schützendes Haus, in dem alle Menschen Zutritt haben.
Von Anfang an stand die Frage im Raum, welche Bedeutung Kunst im gesellschaftlichen Zusammenleben haben kann. Das Kollektiv verstand das Öffentliche nicht nur als Ort, sondern als Verkörperung des Gemeinsamen: als Gradmesser für das soziale Klima einer Stadt. Kunst wurde zum verbindenden Medium, das zwischen Menschen, Orten und Themen vermittelt – eine „Synapse“, wie die Autor:innen sagen, in der neue Formen des Zusammenlebens entstehen.
Die Publikation Citizen Art Days blickt auf über ein Jahrzehnt dieser Arbeit zurück: von den ersten Projekten im Freien Museum Berlin über Aktionen in der Markthalle Neun, Bogotá oder am Schäfersee bis zu den „Campus für Kunst und Demokratie“. In fünf Kapiteln entfaltet sich ein Panorama künstlerischer Praxis zwischen Partizipation, politischer Bildung, Erinnerungskultur und ökologischer Verantwortung.
Das Buch ist als visuelle und textliche Collage angelegt – mit Zeichnungen, Schemata, Fotografien, Essays und Dokumentationen. Es zeigt, wie aus künstlerischen Setzungen im öffentlichen Raum lebendige Modelle kollektiven Lernens werden können. Ergänzt durch Chronologien, Methodentools und Porträts der Beteiligten, ist die Publikation zugleich Rückblick, Handbuch und Impulsgeberin.
Gefördert durch das Projektstipendium »Präsentationen zeitgenössischer bildender Kunst« des Berliner Senats, ist Citizen Art Days ein eindrückliches Zeugnis dafür, wie Kunst gesellschaftliche Prozesse in Bewegung bringen kann – als Labor für Demokratie, Teilhabe und das Denken des Unbekannten.
Beteiligte Künstler: Andrea Acosta, Oscar Ardila, bankleer (Karin Kasböck, Christoph Maria Leitner), José Lino Barbosa, José Aguad Contreras, Benjamin Rodrigues Kafka, Cao Kefei, Stefan Krüskemper, Hildegard Kurt, Van Bo Le-Mentzel, Kristina Leko, María Linares, Ayumi Matsuzaka, Marcela Moraga, Elfriede Müller, Fernando Escobar Neira, Erwin Nolde, Niko Paech, Kerstin Polzin, Jaana Prüss, Dorothee Quentin, Reinigungsgesellschaft (Martin Keil, Henrik Mayer), Shelley Sacks, Anja Schoeller, Surekha und Christiane ten Hoevel.
