Auflage richtig kalkulieren: Was willst du mit einem Stapel Bücher, der dir nichts bringt?
Wie viele Bücher du produzieren willst, hängt bloß von einer Frage ab: Wie viele Bücher du wirklich brauchst.
Klar. Im Netz findest du immer wieder super Stückpreise. Aber lass dir dadurch nicht das Hirn vernebeln. Niedrige Stückpreise gibt es nur bei hohen Auflagen. Und die kosten nicht nur mehr. Sie stellen dich auch vor ein echtes Lager-Problem.
Denn:
Was machen viele Künstler mit ihren Katalogen?
Im Atelier stapeln.
Super Idee.
Rechne doch lieber mal praktisch zusammen:
Wer soll das Buch bekommen,
weil es dich und deine Arbeit weiter bringt.
Sammler:innen?
Kurator:innen?
Förderer?
Künstler-Freunde?
Bibliotheken?
Journalist:innen?
Besucher:innen deiner Ausstellung?
Sobald du dies zusammengezählt hast, kannst du gern noch mal 10-30% für den Buchhandel und Aussendungen für Ausschreibungen draufschlagen. Und dann steht die Auflage fürs erste. Praktisch gerechnet.
Wofür brauchst du das Buch?
Ein Ausstellungskatalog braucht meist eine andere Auflage als ein Künstlerbuch, eine Edition oder eine Publikation für den Buchhandel. Viele Projekte lassen sich grob vier Situationen zuordnen:
Dokumentation einer Ausstellung
Du brauchst das Buch für die Dokumentation einer konkreten Ausstellung. Die meisten Exemplare gehen an Besucher:innen, beteiligte Künstler:innen, Förderer oder Institutionen. Dazu kommen einige Beleg- und Rezensionsexemplare.
Für den Buchhandel sind solche Publikationen meist nur interessant, wenn die Ausstellung überregional Aufmerksamkeit erzeugt.
Hier reichen oft 100 bis 250 Exemplare.

Monografie / Werkgruppe publizieren
Die Publikation soll ohne oder über eine einzelne Ausstellung hinaus wirken und deine Arbeit langfristig dokumentieren. Neben Besucher:innen gehören häufig auch Kurator:innen, Sammler:innen, Bibliotheken und Journalist:innen zum Verteiler.
Viele dieser Projekte bewegen sich zwischen 200 und 500 Exemplaren.

Künstlerbuch / Edition
Die Auflage bleibt bewusst klein. Das Buch soll Nähe zum Werk schaffen und einen besonderen Charakter behalten. Oft richtet es sich an Sammler:innen, Unterstützer:innen oder einen überschaubaren Kreis von Interessierten.
50 bis 100 Exemplare können hier vollkommen reichen.

Curator’s Brief
Der Curator’s Brief funktioniert etwas anders als ein klassischer Ausstellungskatalog. Er soll Interesse wecken und neue Kontakte ermöglichen. Hier geht es nicht darum, möglichst viele Menschen zu erreichen. Sondern die richtigen. Kurator:innen, Galerien, Journalist:innen, Sammler:innen oder Institutionen.
Oft reichen deshalb bereits 50 bis 100 Exemplare.

Auflagenkalkulator
Mit unserem Kalkulator kannst du die Auflage für deinen Ausstellungskatalog oder dein Künstlerbuch sofort berechnen.
Am einfachsten, wenn du dir vorher kurz Gedanken über deinen aktuellen Verteiler machst. Wir empfehlen dazu immer auch eine Reserve für potentielle Sammler sowie geplante Aussendungen (z.B. Kunstvereine, Projekträume oder interessante Galerien) einzukalkulieren.
Dann brauchst du bloß noch die gewünschte Stückzahl per Schieberegler festlegen und die Gesamtauflage automatisch berechnen lassen. Das Ergebnis kannst du dir anschließend herunterladen.
Auflagenkalkulator

Du bist noch nicht sicher?
Dann lass uns kurz in einem Zoom rausfinden, welche Stückzahl für deine Publikation sinnvoll ist – und welche nicht.
Du brauchst Preise und weitere Infos zu den Produktionsmöglichkeiten.
Welcher Buchtyp passt zu deinem Projekt? Hier findest du eine Übersicht typischer Kunstpublikationen – von Ausstellungskatalogen bis zum Künstlerbuch.
Ein guter Katalog entsteht nicht beim Druck. Sondern bei den Entscheidungen davor. Wie aus einzelnen Arbeiten eine Publikation wird.
Weitere Tipps zu Buchtypen, Förderung, Auflagen, Gestaltung und Vertrieb.
